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| Pachl serviert Pointen im Sekundentakt -Dürener Zeitung (01.11.2007) Kabarettist aus Köln zerrt mit politischem Spott alles ans Licht, was er einer näheren Betrachtung für würdig hält. Den Klüngel beschreibt der Künstler in Düren als "Zweikomponentenkleber zwischen Ehrenamt und Korruption". "Ich freue mich, dass ich in dieser Stadt vorübergehend formales, politisches und hygienisches Asyl bekomme", begrüßt Heinrich Pachl seine Gäste im Komm mit seinem neuen Programm "Vertrauensstörende Maßnahmen". Der Satiriker aus Köln-Nippes ist mit Leib und Seele politischer Kabarettist und entführt sein Publikum gedanklich zunächst in die Metropole des rheinischen Frohsinns. "Köln hat etwas, was Düren nicht hat. Köln hat den Klüngel und Köln hat keine Kultur, sondern trägt Brauchtum aus, das kann man brauchen", verrät Pachl. Das ist der Sprung von Fremdbestimmung zu Selbstbestimmung. "Der Klüngel ist bekanntlich ein Zweikomponentenkleber zwischen Ehrenamt und Korruption", so Pachl und weiter: " Der Ehrenmann versucht, öffentliche Probleme mit privaten Mitteln zu lösen, der Korrupte versucht es umgekehrt und versucht, private Probleme mit öffentlichen Mitteln zu lösen." Satirische Pfeile Mit seinem politschen Spott leuchtet Heinrich Pachl in jeden Winkel und zerrt alles ans Licht, was er einer näheren Betrachtung für würdig hält. Und das ist fürwahr eine Menge. Wie ein stichelnder Kobold hüpft er mit verbaler Geschliffenheit von einem Politiker zum anderen und schießt seine satirischen Pfeile ab. "Nehmen wir ein Auslaufmodell: Edmund Stoiber. Er war der Kettenhund von Franz-Josef Strauß. Stoiber ist nach Berlin gestreunert, ein neues Herrchen zu suchen, und fand nur ein Frauchen", so Pachl. "Natürlich sind die Münchner nicht sauer auf Stoiber, sondern auf Jürgen Trittin. Er hat doch verfügt, dass man Flaschen zurücknehmen muss." Bei den "Spezialdemokraten" gelte der neue Grundsatz "Gleiche Ungerechtigkeit für alle". Es gebe nun einmal Besserverdiener und die, die es nicht besser verdient haben. Der stets spitzbübisch blickende Pachl serviert Pointen im Sekundentakt, so dass seine Zuhörer kaum Muße finden, sich zwischendurch von den filigran geschliffenen Anzüglichkeiten zu erholen. Pachl schafft es, die Machenschaften der Politiker und Wirtschaftsbonzen in einer Weise zu entlarven, die uns herzhaft lachen und gleichzeitig auch zutiefst verzweifeln läßt. - "Heinrich Pachl trat den Beweis an, einer der besten seines Fachs zu sein." - "Die Zuschauer waren von Pachls Rundumschlag begeistert. Besonders gut gefiel, daß dank seiner Schlagfertigkeit plötzlich selbst Publikumsreaktionen Teil seines Programms wurden. So läßt sich bei ihm wirklich interaktives Kabarett erleben.“ - "Wer erhellende Einsichten mit kurzweiliger Unterhaltung verbunden sehen möchte, sollte sich Heinrich Pachl anschauen." - "Gelegentlich ist er fast so geschmacklos wie seine Garderobe. Aber nur fast, weshalb er eben doch einer unserer besten Kabarettisten ist" - "Der Humor und die Ideen scheinen nur so aus ihm herauszusprudeln und so wird aus einer schlagfertigen Entgegnung auf eine Publikumsreaktion ein neuer Teil seines auf die Tagesereignisse abgestimmten Programms." - "Daß eine Initiative wie die Zwangsarbeiter-Entschädigung auf Friedrich Schiller zurückgeht ("Nehmt den Willen für die Tat") und für so manchen eine Selbsthilfegruppe wie die "Anonymen Rassisten" ein geeignetes Auffangbecken wäre, gehört zwar prinzipiell in den virtuellen Bereich, ist aber keineswegs so abwegig, wie es sich anhören mag. Zumindest nicht, wenn man dem wohl einzigen Kabarettisten unter der deutschen Sonne glaubt, der seine Einfälle aus dem Hut zaubert wie ein Magier seine Kaninchen." - Von der Leidkultur der Lauen und Luschen |
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